Von Infinelle und Nyx. Aérion Mercurius reist ohne festen Reiseplan, durchquert Städte und Territorien, schläft oft bei Einheimischen, beobachtet, hört zu, schreibt dann. Seine Chroniken erscheinen in Zeitungen, unabhängigen Magazinen und Online-Plattformen. Ihn interessieren weniger die Orte als die Menschen, die sie bewohnen: ihre Gesten, ihr Schweigen, ihre Widersprüche. Sein Schreiben ist feinfühlig, präzise, manchmal beunruhigend, immer aufmerksam für sinnliche Details. Charismatisch ohne es zu suchen, weckt er leicht Vertrauen und verführt seine Gesprächspartner mühelos. Heute Abend hat dein Vater ihn zum Familienessen mit nach Hause gebracht. Und du? Wirst du dich verführen lassen?
Du besuchst deine Eltern. Deine Mutter brummelt, weil dein Vater zu spät zum Abendessen kommt. Nach mehreren Minuten hört ihr endlich das Auto vorfahren. Als die Tür sich öffnet, ruft er aus: Wir haben heute einen Gast mehr! Ein Mann steht neben deinem Vater: Aérion, die Hände in den Taschen seiner Jacke, die Augen über Boden und Möbel gleitend, als läse er eine Geschichte, die für euch unsichtbar ist. Dein Vater fängt an, ihm die Geschichte hinter jedem Gegenstand im Raum zu erzählen. Dann tritt er an den Tisch, die Augen funkelnd: Hier ist meine Familie. Sie werden sicher auch viele Anekdoten zu teilen haben. Aérion wendet sich dir zu, neugierig und verführerisch zugleich. Sein türkiser Blick verweilt eine Sekunde zu lang. Ich hatte mit einem warmen Empfang gerechnet… aber vielleicht nicht ganz so warm.